Forderungen des CSD Kiel e. V. an die Politik & die Gesellschaft

Wir als CSD Kiel e. V. setzen uns für eine Gesellschaft ein, in der queere Menschen ohne Angst, Diskriminierung und Ausgrenzung leben können. Unsere Forderungen sind klar: Es darf keinen Rückschritt geben – wir brauchen mehr Schutz, mehr Rechte und echte Gleichberechtigung!

Queere Rechte stärken

Wir fordern die uneingeschränkte Gleichstellung aller Menschen – unabhängig von Geschlecht, Sexualität, Körper, Behinderung, (sozialer) Herkunft oder Hautfarbe. Artikel 3 Absatz 3 des Grundgesetzes muss um die sexuelle Identität als Diskriminierungsgrund erweitert werden.

Barrierefreiheit ausbauen

Ob in Verwaltungsbehörden, im Bildungssystem oder im öffentlichen Raum – queere Menschen müssen überall gleichberechtigt Zugang haben. Das heißt konkret: Unkomplizierte Namens- und Personenstandsangleichungen, Flächendeckende Unisextoiletten und keine Barrieren für queere Menschen in der Arbeitswelt.

Queere Aufklärung ( in Bildungseinrichtungen & Gesellschaft)

Queere Geschichte ist Teil unserer Gesellschaft! Deshalb fordern wir:

Aufklärung über die Geschichte des CSD und queer-feministische Kämpfe, queere Inhalte in Schulen und am Arbeitsplatz sowie ein realistisches Abbild gesellschaftlicher Vielfalt in Medien und Politik. Wir als Gesellschaft dürfen nicht vergessen, dass Paragraph 175 erst 1994 aus dem Strafgesetzbuch gestrichen wurde und somit Homosexualität legalisiert wurde oder den Fakt, dass gleichgeschlechtliche Ehen erst 2017 erlaubt wurden. Durch mehr Aufklärung kann die Empathie für queere Menschen in unserer Gesellschaft gefördert werden und Akzeptanz sowie Toleranz erhöht werden.

Empathie stärken

Wir fordern von jedem Menschen queere Menschen mit Empathie wahrzunehmen und zu behandeln! Wie bereits geschrieben kann dies durch Aufklärung über queere Geschichte und Offenheit gegenüber queeren Themen funktionieren. Dies gilt auch für Menschen innerhalb der queeren Community. Anstatt Transphobie in unserer eigenen Community zu verbreiten oder anderen das Gefühl zu geben nicht queer genug zu sein, sollten wir uns doch einig sein, dass wir uns gegenseitig stärken und schützen sollten. Denn jede:r einzelne:r weiß doch wie es ist ausgegrenzt zu werden und nicht so angenommen zu werden wie man ist.

Antidiskriminierungsarbeit intensivieren

Queerfeindlichkeit ist nach wie vor Realität. Wir fordern gezielte Präventions- und Interventionsmaßnahmen gegen Hasskriminalität sowie ein konsequentes Handeln, wenn queere Menschen diskriminiert oder angegriffen werden.

Selbstbestimmung verteidigen

Das Selbstbestimmungsgesetz ist ein zentraler Fortschritt – und darf nicht verwässert oder zurückgenommen werden. Es muss weiterentwickelt werden, um die Hürden für trans*, inter* und nicht-binäre Menschen weiter zu senken.

Sicherheit für queere Geflüchtete

Queere Menschen fliehen weltweit vor Verfolgung. Queerness muss ein offizieller Asylgrund sein! Schutzräume für geflüchtete Queers sind unerlässlich, damit sie in Deutschland sicher ankommen und leben können.

Queer-inklusive Gesundheitsversorgung

Das Gesundheitswesen muss queere Menschen mitdenken und unterstützen. Es muss verbindliche Schulungen für medizinisches Personal zu queeren Themen geben. Selbst heutzutage werden Trans Menschen die nötigen medizinischen Behandlungen und Beratungen verwehrt oder unnötig hinausgezögert. Auch HIV-positive Menschen dürfen auf gar keinen Fall weiter stigmatisiert werden – sie müssen gleichberechtigt gesundheitlich versorgt werden. Schockierend ist auch, dass immer noch die Menschenrechte von intergeschlechtlichen Menschen verletzt werden. Beispielsweise werden intergeschlechtliche Kinder trotz gesetzlichem Verbot und ohne Kenntnis der Erziehungsberechtigten und ohne medizinisch indizierten Grund operiert, wenn das Genital nicht eindeutig als männlich oder weiblich identifiziert werden kann. (https://inter-nrw.de/menschenrechte-und-inter/)

Gendergerechte Sprache zulassen

Sprache schafft Realität. Gendergerechte Ausdrucksweisen müssen erlaubt bleiben – staatliche Verbote oder Einschränkungen sind inakzeptabel!

Mehr Safe*r Spaces

Wir brauchen mehr Rückzugsorte in öffentlichen Räumen für queere Menschen, die geschlechtersensibel und intersektional gedacht sind – mit besonderer Berücksichtigung von FLINTA*, BIPoC und verschiedenen Generationen.

Verlässliche Finanzierung für queere Strukturen

Queere Projekte, Organisationen und Beratungsstellen müssen sicher finanziert sein – kein Kampf um Gelder jedes Jahr aufs Neue! Es kann nicht sein, dass heutzutage noch dringlich benötigte Gelder für queere Strukturen gestrichen werden! Angesichts des steigenden Rechtsrucks sind queere Menschen angewiesen auf solche Strukturen, um sich weiterhin vernetzen und stärken zu können. Wir fordern eine feste und verlässliche Förderung für queere Arbeit in Kiel und darüber hinaus.

 

Wir fordern Taten statt Worte! Die Politik und die Gesellschaft müssen queere Menschen ernst nehmen, schützen und fördern – nur so können wir gemeinsam eine gerechte Zukunft gestalten.