Aufruf zur Fahrraddemo    "B – ike – Tour"

 

 

 

Weil wir wegen der diesjährigen Covid-19-Pandemie unsere alljährliche Demonstration des CSD nicht wie geplant stattfinden lassen konnten, hat sich unsere Jugendgruppe – Jugend plant CSD Kiel – eine Fahrraddemonstration überlegt. In Kooperation mit uns findet diese am 29.08.2020, 12 Uhr statt.

Das Motto steht für die Missstände in der queeren Gesundheitspolitik. Wir wollen mit Euch durch Kiel radeln, um Gesundheit, Vielfältigkeit und Sichtbarkeit zu zeigen.

Nicht nur das weiterhin bestehende Erschwernis homosexueller Männer zur Blutspende, ist hiervon erfasst. Es geht auch weiterhin um die gravierende Qual intersexueller Menschen und auch den politisch geschaffenen steinigen Leidensweg von Transmenschen.

 

Wenn Menschen unbeeinflusst ihr Geschlecht, ihre Sexualität und ihre Lebensform selbstbestimmt und frei leben können, können wir auch unsere gesundheitliche Situation verbessern.

 

Die rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland haben sich zwar für homo- und bisexuelle Menschen schrittweise verbessert, aber für trans- und intergeschlechtliche Personen aus Sicht vieler Akteur*innen bezüglich sowohl der medizinischen als auch rechtlichen Anerkennung bestehen noch immer große Defizite und wissenschaftliche Erkenntnisse finden noch immer ungenügend Eingang in die medizinische Praxis.

 

Es ist leider so, dass lesbische, schwule, bisexuelle sowie trans- und intergeschlechtliche Menschen häufiger depressive Erkrankungen erleben und suizidales Verhalten zeigen. So zeigt sich zum Beispiel, dass das psychische Wohlbefinden von homosexuellen, bisexuellen oder transgeschlechtlichen Personen besser ist, wenn sie ihre sexuelle Orientierung beziehungsweise geschlechtliche Identität diskriminierungsfrei leben und auf ein unterstützendes soziales und familiäres Umfeld zurückgreifen können. Das ist unser Ziel!! Selbst der Gesetzgeber hat sich doch die Würde des Menschen und den Schutz der körperlichen und seelischen Gesundheit seiner Bürger*innen auf die Fahne geschrieben. Warum existieren dann noch immer diese Missstände??

 

Männerliebende Männer werden wegen ihrer Lebensweise auf ihre sexuelle Verhaltensweise reduziert und dadurch diskriminiert. Welchen Grund hat die Versicherung vor einer Blutspende, dass der Spender ein Jahr lang zölibatär gelebt hat, wenn doch die Gefahr einer HIV-Infektion bereits nach 12 Wochen, also knapp 3 Monaten sicher auszuschließen ist.

 

Es überrascht vielleicht heteronormativ lebende Menschen, wenn es auch monogame homosexuelle Menschen gibt, genauso wie heterosexuelle Menschen mit sehr vielen Sexualpartnern. Das Risiko sexuell übertragbarer Krankheiten entspringt nicht der sexuellen Orientierung!

 

Medizinisch nicht notwendige und lediglich normierende Eingriffe an nichteinwilligungsfähigen Kindern verletzen deren Recht auf körperliche Selbstbestimmung. Diese nicht oder nur schwer reversiblen Maßnahmen können schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben wie Infertilität, chronische Schmerzen, Inkontinenz, sexuelle Funktionsstörungen und psychische Erkrankungen.

 

Die Versorgung intergeschlechtlicher Kinder und Jugendlicher muss ausgebessert werden, insbesondere hinsichtlich der Verbesserung der intersektoralen Zusammenarbeit in der Versorgung, der psychosozialen Unterstützung sowie der Gestaltung des Übergangs von der kinder- und jugendmedizinischen zur Gesundheitsversorgung für Erwachsene.

 

Transgeschlechtliche Menschen erfahren Diskriminierungen im alltäglichen Leben und Barrieren auf dem Weg zur Geschlechtsangleichung und in der gesundheitlichen Versorgung im Allgemeinen. Das kann für transgeschlechtliche Menschen belastend sein und führt zu Stress und einer schlechteren psychischen Gesundheit. Die Inanspruchnahme von gynäkologischen oder urologischen Untersuchungen, die an das biologische Geschlecht anknüpfen, werden z T. verweigert. Von den Strapazen von der psychologischen Untersuchung bis zur letzten operativen Geschlechtsangleichung ist hier noch gar nicht die Rede.

 

Es werden auch noch immer auf der individuellen Ebene Früherkennungsuntersuchungen und medizinische sowie psychologische Hilfe seltener in Anspruch genommen oder manchmal zeitlich hinauszögert. Als Gründe für die verzögerte oder ausbleibende Inanspruchnahme medizinischer Leistungen werden erwartete oder erfahrende Diskriminierungen berichtet. Leider gibt es auch weiterhin mangelndes Fachwissen und Kompetenzen beim medizinischen Personal.

 

Eine weitere Barriere für eine gute Gesundheitsversorgung findet sich z. B. wenn durch das Versorgungspersonal die Geschlechtlichkeit des Betroffenen beziehungsweise geschlechtliche Identität nicht anerkannt wird.

 

Es lassen sich auch regionale Unterschiede im Versorgungsangebot finden. Beratungs- und Versorgungsleistungen auf Basis ausreichender Fachkenntnisse zur geschlechtlichen und sexuellen Vielfalt finden LSBTI-Personen überwiegend in Großstädten und nur äußerst selten im ländlichen Raum. Dies erschwert die Erreichbarkeit insbesondere für ältere und mobilitätseingeschränkte Personen. Dies gilt ebenso für Peer-Beratungsstellen und Initiativen, die für LSBTI-Personen eine wichtige Ressource für Informationen darstellen.

 

Die Wurzel all dieser Probleme ist die Orientierung der Versorgung an einer zweigeschlechtlichen und heterosexuellen Norm.

 

Ja, es ist schon ein wenig erreicht. Dennoch sind geschlechtliche und sexuelle Vielfalt gesellschaftlich noch nicht vollständig akzeptiert und rechtlich anerkannt. Gleichzeitig finden sich nach wie vor stark heteronormativ ausgerichtete Gesellschaftsstrukturen und kulturelle Ordnungsmuster, die sich auf die Lebenssituation und damit auch auf die gesundheitliche Lage von LSBTI-Personen auswirken können. Auch die Angebote der Prävention, Versorgung und Gesundheitsförderung sind tendenziell an Zweigeschlechtlichkeit und einer heterosexuellen Norm ausgerichtet. Dies äußert sich in unterschiedlichen Teilhabechancen, Ressourcen und Diskriminierungen. Mit zunehmender gesellschaftlicher Akzeptanz und rechtlicher Gleichstellung sind aber auch weitere Verbesserungen in der gesundheitlichen Gleichstellung von LSBTI-Menschen zu erwarten.

 

 

 

Für Sichtbarkeit, Vernetzung und Akzeptanz radeln wir am 29.08.2020 que(e)r durch Kiel!!!

 

 


 

Als Teaser auf den verschobenen CSD Kiel im November starten wir um 12Uhr am Bahnhofsvorplatz eine Fahrraddemo, die unsere Jugend "Jugend plant csdkiel" auf die Beine gestellt hat. Gemeinsam wollen wir uns für queere und gendergerechte Gesundheit einsetzen unter anderem gegen das diskriminierende Blutspendeverbot für homo- und bisexuelle Männer demonstrieren. Welche queeren, gesundheitlichen Themen gibt es noch, die euch beschäftigen und für die ihr mit uns auf die Straße gehen wollt?

Das Ganze wird selbstverständlich unter den allgemein geltenden Hygienebestimmungen mit Mund- & Nasenschutz und 1,5 Metern Abstand stattfinden. Informationen zur Route folgen noch - bleibt über unseren Instagram & Facebook Kanal immer auf dem neusten Stand.

Flaggen und Masken könnt ihr auch bei uns vor Ort ergattern!  Überlegt euch doch schon mal ein buntes Outfit für eure Fahrräder.

WIR FREUEN UNS EUCH ENDLICH MAL WIEDER IN LIVE AUF DER STRASSE ZU SEHEN!

Wir werden in den nächsten Tagen über die Social Media Kanäle die Route bekannt geben.

 

Fahrrad Demo

 


Augeschoben ist nicht aufgeboben!

Obwohl der eigentliche CSD abgesagt worden ist, wollen wir kein Jahr ohne CSD-Demo verbringen.

Wir kündigen daher hiermit an, dass am 14.11.2020 in Kiel eine CSD-Demo stattfinden wird. Das Hauptthema wird queere Gesundheit sein. Alles Voraussicht nach werden wir kein Straßenfest vor Ort organisieren, sondern dieses in gewissem Umfang online stattfinden lassen. Weitere Infos hierzu werden folgen.

 


Liebe Community, Liebe Unterstützenden, Liebe Alle,

wie Ihr sicherlich auch aus den Nachrichten gehört habt, sind bis zum 30.08.2020 alle Großveranstaltungen untersagt. Das betrifft leider auch den CSD Kiel 2020.

Wir müssen daher schweren Herzens den diesjährigen Termin für den CSD Kiel am 11.07.2020 absagen. Wir nehmen die Gesundheit der Demoteilnehmenden, der Zuschauenden und der Besucher*innen auf dem Straßenfest sehr ernst und würden es für unverantwortlich halten, all diese Menschen auf einem vollen Platz der hohen Infektionsgefahr auszusetzen.

Dennoch wollen wir das Jahr nicht völlig ohne CSD-Veranstaltungen durchleben müssen. Wir planen und prüfen derzeit, was wir an alternativen Veranstaltungen, möglicherweise online oder zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr anbieten können.

Wir halten Euch auf dem Laufenden, also seid gespannt und bleibt gesund.

Viele Grüße und alles Gute wünscht Euch

Der Vorstand des CSD Kiel e.V.


 

Habt Ihr Lust auf Brettspiele und gemütliche Runden unter netten Menschen? Dann kommt vorbei! Der CSD Kiel e.V. organisiert immer am zweiten Freitag eines Monats ab 18 Uhr einen queeren Brettspieleabend in den Räumen der Haki im Walkerdamm 17, 24103 Kiel.

Getränke können gegen eine kleine Spende in der Haki erworben werden. Snacks sind auch immer da, also schaut rein und habt einen schönen Abend mit uns.

Derzeit können keine Spieletreffen stattfinden. Sobald dies wieder möglich ist, sagen wir Euch natürlich umgehend Bescheid.


 

Wenn Ihr bei der CSD Planung mithelfen wollt, kommt vorbei. Wir treffen uns immer am zweiten Donnerstag eines Monats in den Räumen der Haki, Walkerdamm 17, 24103 Kiel, um 18 Uhr. Denkt dabei an Euren Mund-Nasen-Schutz!. Wir freuen uns auf Euch!.

 


 Ihr könnt nun auch ein Video und ganz viele Fotos des CSD 2019 Kiel auf unserer Facebook Seite finden unter https://www.facebook.com/CSDKiel/ . Also schaut vorbei!

 

CSD Kiel goes Instagram

 

Ganz neu könnt ihr euren Verein jetzt auch auf Instagram begleiten.

Wir wollen die bunte Vielfalt Kiels in Bildern festhalten und euch queerbeet die Eindrücke der Veranstaltungen und natürlich der CSD Demo in Kiel präsentieren.

Unsere Hashtag Saison hat also gerade erst begonnen und wir freuen uns mit euch mehr bunte Momente zu teilen.

Übrigens findet ihr den direkten Link zu unserem neuen Instagram Konto oben rechts hier neben dem Text ;) falls ihr mal vorbeischauen wollt.

In diesem Sinne #csdkiel